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Präsentationen halten

Ihr Auftritt

Lesezeit 12 Minuten
Frau hält eine Business-Präsentation

Die ersten paar Sekunden einer Präsentation sind entscheidend. Wenn es Ihnen gelingt, die Aufmerksamkeit Ihrer Zuhörer von Anfang an zu gewinnen, haben Sie bereits ein erstes Ziel erreicht. Die nächste Herausforderung besteht darin, die Aufmerksamkeit der Zuhörer aufrechtzuerhalten und sie dazu zu bringen, sich inhaltlich mit ihrem Thema auseinanderzusetzen. Ihr Publikum erwartet von Ihnen, dass Sie ihm Wissen klar und prägnant vermitteln. Sie wollen die Fakten aufgezeigt bekommen und Einsichten gewinnen. Sie erwarten, dass die Präsentation sie anspricht oder sie sogar mit einbezieht.

Sie können sich auf Präsentationen vorbereiten, nicht nur in Bezug auf Struktur und Inhalt, sondern auch in Bezug auf die Art und Weise, wie Sie vor Ihrem Publikum auftreten und mit ihm interagieren. Lernen Sie, wie Sie Ihre Zuhörer mit Charisma und Selbstvertrauen ansprechen und gleichzeitig authentisch, offen und einfühlsam wirken.

Inspiration vom Theater

Schauspieler sind Experten darin, vor einem Publikum aufzutreten. In Präsentationstrainings werden deshalb Techniken und Fertigkeiten vermittelt, die ein professioneller Schauspieler nutzt, und die für das Geschäftsleben ebenso hilfreich sind.
„Schauspiel bedeutet nicht, eine Maske aufzusetzen. Jedes Mal, wenn ein Schauspieler auf der Bühne steht, versteckt er sich nicht, sondern er zeigt sich offen.“
Jeanne Moreau

Schauspieltraining vermittelt eine Vielzahl an Kompetenzen für einen überzeugenden Auftritt:

  • Präsenz vor dem Publikum
  • Körpersprache
  • Atmung, Einsatz der Stimme, Sprechen
  • Empathie und Dialog mit dem Publikum
  • Engagement
  • Die Wahl der richtigen Rolle
  • Authentizität – die eigene Persönlichkeit erkennen und zum Ausdruck bringen
  • Konzentration und Disziplin
  • Kreativität und Improvisation
  • Selbstvertrauen
  • Umgang mit Lampenfieber

Ausdruckskraft ist kein Zufall. Mit einigen grundlegenden Techniken und Methoden ist ein selbstbewusstes Auftreten in der Öffentlichkeit und bei Präsentationen erlernbar.
Fünf Erfolgsfaktoren für Ihren Präsentationsauftritt

  1. Geschichte
  2. Präsenz
  3. Wertschätzung
  4. Ausdruck
  5. Vorbereitung

Sie beziehen sich auf:

  • Inhalt der Präsentation (Geschichte)
  • innere Haltung (Präsenz, Wertschätzung)
  • Techniken (Ausdruck, Vorbereitung)

Fesseln Sie Ihr Publikum mit Storytelling

Das Fundament jeder Präsentation ist ihr Inhalt. Ihre Botschaften und Kernaussagen geben diesem Inhalt eine Struktur. Sie müssen einfach und klar sein. 

Die sachlichen Informationen des Vortrags werden durch Bilder, Analogien, Vergleiche und Geschichten ergänzt. Storytelling bietet Raum, die abstrakte Sachebene durch lebendiges Erzählen zu konkretisieren und zu veranschaulichen. Erlebnisse aus Ihrem persönlichen Umfeld oder aus Arbeitsprozessen sowie Anekdoten kreieren aus Fakten Bilder, die nachempfunden werden können. Geschichten erwecken die Präsentation zum Leben. Ihre Zuhörer haben das Gefühl, dass Sie persönlich zu ihnen sprechen, und werden motiviert und neugierig auf die Präsentation und auf Sie, den Redner.

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Beim Präsentieren präsent bleiben

Präsenz ist die Kunst, während der Präsentation im Augenblick zu sein und mit dem Publikum in Verbindung zu treten. Auf diese Weise inspirieren und aktivieren Sie sie. Müde, nervöse oder hyperaktive Redner langweilen ihre Zuhörer. Als Redner präsent zu sein bedeutet, dass Ihr Geist und Körper hellwach sind und im Hier und Jetzt bleiben. Ihre Sinne sind geschärft, während Sie gleichzeitig Ruhe, Ausgeglichenheit und Entspannung ausstrahlen.

Schauspieler mit Bühnenpräsenz sind gute Vorbilder für eindrucksvolle Präsentationen. Sie treten mit voller Aufmerksamkeit auf und lassen ihre Gedanken nicht abschweifen – weder in die Vergangenheit noch in die Zukunft. Das hilft ihnen auch, wenn nötig zu improvisieren.

Es gibt drei Hauptformen der Präsenz, die Sie für Ihre eigene Präsentation beachten können:

Körperliche Präsenz: Körperlich präsente Menschen nehmen sich selbst und ihren Körper bewusst wahr. Sie nehmen ihre Impulse und Gefühle wahr und drücken sie aus, ohne sich in Gedanken zu verlieren.

Körperlich-räumliche Präsenz: Menschen mit einem hohen Maß an körperlicher Raumpräsenz werden vom Publikum als „raumfüllend“ wahrgenommen. Sie betreten den Raum, und alle Augen sind sofort auf sie gerichtet. Ihre Aufmerksamkeit ist darauf gerichtet, sich ihres Körpers bewusst zu sein und den Raum um sie herum wahrzunehmen.

Kontaktpräsenz: Dies ist die Achtsamkeit und Aufmerksamkeit, die der Redner den Zuhörern entgegenbringt. Er kommuniziert offen mit dem Publikum.

Zeigen Sie Ihre Wertschätzung

Frau hält eine Business-Präsentation

Als Präsentierender sollten Sie Ihre Wertschätzung zum Ausdruck bringen. Damit stellen Sie Ihre Stärken in der verbalen Kommunikation und emotionalen Intelligenz unter Beweis. Ein Gespür für Wertschätzung und die Fähigkeit, diese zu zeigen, ist ein Eckpfeiler guter Führung – und ausgezeichneter Präsentationen.

Betrachten Sie Wertschätzung als eine innere Haltung. Sie ist eine ethische Grundeinstellung, die sich in Ihrem Verhalten widerspiegelt. Bei der „Selbstpräsentation“ geht es darum, zu beeinflussen, wie wir auf andere wirken. Wir wollen einen positiven Eindruck von uns selbst vermitteln, und dazu gehört auch eine optimistische, wertschätzende Lebenseinstellung. Eine Präsentation ist glaubwürdig und wirkungsvoll, wenn der Redner neben Willenskraft auch Fähigkeiten zur Selbststeuerung ausstrahlt: Achtsamkeit, Respekt und Würde. Wertschätzung ist eine wichtige Voraussetzung, um mit dem Publikum in einen Dialog zu treten. 


Die drei Facetten der Wertschätzung

  • Wertschätzung für sich selbst: Erfolgreiche Präsentatoren strahlen Ausgeglichenheit und Selbstvertrauen aus. Sie haben ein hohes Maß an Wertschätzung für sich selbst, das nicht von äußeren Faktoren wie Herausforderungen, Stress und Druck abhängig ist.
  • Wertschätzung für Ihr Publikum oder Ihren Gesprächspartner: Die Gesprächspartner müssen sich vom ersten Moment an mit Respekt, Würde und Interesse behandelt fühlen. Wir zeigen unsere Haltung durch unsere Körperhaltung, Offenheit und Leichtigkeit.
  • Wertschätzung für das Thema: Wenn Sie sich für ein Thema begeistern, wird Ihre Präsenz auf der Bühne durch konzentrierte Aufmerksamkeit und energiegeladene Körpersprache noch verstärkt.

Mit dem Publikum in Kontakt treten

Eine exzellente Präsentation ist immer ein Dialog mit Ihrem Publikum, niemals ein Monolog. Als Redner müssen Sie unmittelbar mit den Zuschauern und Zuhörern in Kontakt treten. Der Vortrag selbst ist ein komplexer Kommunikationsprozess, der von den Zuhörern bewusst und unbewusst beobachtet und mitgestaltet wird. Die Struktur Ihrer Präsentation und Ihre Fähigkeiten als Redner müssen verschiedene Kommunikationsebenen einbeziehen.
Kommt Ihnen das bekannt vor? Sie erleben einen Vortrag und hören aufmerksam zu. Doch bereits kurz nachdem Sie das Gebäude verlassen haben, stellen Sie fest, dass Sie sich weder an das Thema noch an den Redner oder an Einzelheiten seiner Kernaussage erinnern können. Möglicherweise hat sich der Redner nur darauf konzentriert, seinen vorbereiteten Text laut vorzulesen. Er hat nur eine Kommunikationsebene genutzt – und damit keinen bleibenden Eindruck hinterlassen.

Erfahrene Redner spielen mit den Regeln der Kommunikation wie Musiker mit ihren Instrumenten. Sie beherrschen die Feinheiten des verbalen und nonverbalen Ausdrucks:

  • Ihr Inhalt und ihre Textgestaltung vermitteln einen intellektuellen Wert. Sie streben danach, bei ihren Zuhörern „Aha-Erlebnisse“ zu erzielen.
  • Persönliche Beispiele und Analogien knüpfen an die Erfahrungen der Zuhörer an und beziehen unbewusstes und vergessenes Wissen mit ein.
  • Während der Präsentation verlieren sie nie den Kontakt zu ihren Zuhörern. Selbst wenn sie sich auf den Text oder die Präsentationstechnik konzentrieren, haben sie nie einen Tunnelblick. Sie beziehen Ihre Zuhörer über Gesten mite in und nehmen Blickkontakt mit ihnen auf.
  • Die Stimme des Sprechers ist wohlklingend, nicht monoton, und seine Körpersprache wirkt einladend und ermutigend auf die Zuhörer. Die Präsentation löst Gedanken und Gefühle aus, die den intellektuellen Inhalt in einen größeren Zusammenhang stellen.
  • Der Redner registriert deutlich die Körpersprache der Zuhörer, was sie bewegt oder worauf sie reagieren, und geht entsprechend darauf ein.

Mit Leidenschaft für Kommunikation schaffen Sie eine Atmosphäre der Lernbereitschaft. Das sichert den Erfolg Ihrer Präsentation, auch nachdem alle den Raum verlassen haben.

Ein stimmiger Ausdruck

Während Ihrer Präsentation hören und interpretieren Ihre Zuhörer jedes Wort, das Sie sagen. Sie werden jede Geste, jeden Blick, jede Veränderung der Körperhaltung, jede Modulation im Tonfall Ihrer Stimme und jede Betonung von Sätzen als Botschaft wahrnehmen. Manchmal kann unser Körper unbewusst etwas anderes vermitteln als der Präsentationstext. Eine hervorragende Präsentation ist eine, bei der alle Ausdrucksformen kohärent sind – wenn Sprache, Stimme und Körpersprache dasselbe aussagen wie der Text.

Verbale Kommunikation

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Wenn Sie vor einem Fachpublikum sprechen, vermitteln Sie komplexe Informationen. Mit dem gesprochenen Wort können Sie Themen strukturieren und das Interesse der Zuhörer wecken. Mit einer lebendigen Stimme, der richtigen Tonlage, Intonation, Vortragsgeschwindigkeit und gut gesetzten Pausen können Sie selbst die trockensten Themen spannend gestalten. 

Alle diese Aspekte wirken sich auf die Klarheit und Qualität Ihrer verbalen Kommunikation aus:

  • Artikulation
  • Stimmvolumen
  • Lautstärke
  • Sprechtempo
  • Sprechpausen
  • Stimme und Emotion

Artikulation
Der Begriff Artikulation kommt vom lateinischen Wort „articulatim“ und bedeutet „Glied für Glied, Silbe für Silbe, Punkt für Punkt“. Wir artikulieren Laute, indem wir unsere beweglichen Sprechorgane (Lippen, Zunge, Gaumensegel) bewegen und mit ihnen bestimmte Positionen einnehmen. Versuchen Sie zum Beispiel, „ee“ zuerst mit zusammengekniffenen Lippen und dann noch einmal mit einem breiten Lächeln zu sagen. Die beiden Laute, die Sie erzeugen, sind ganz unterschiedlich.

Vokale geben der Sprache ihren Klang; Konsonanten entstehen in Kombination mit Vokalen. Sie können explodieren (wie bei P, T, K), zischen und prusten (wie bei S, SH, F, H) und stimmhaft sein (wie bei V, M, L). Nach einer Weile sollten Sie in der Lage sein, Ihren eigenen unverwechselbaren Sprachgebrauch zu erkennen und daran zu arbeiten, um einen klareren Ausdruck zu erreichen. 

Stimmvolumen
Eine kraftvolle, natürlich klingende Stimme kommt idealerweise aus dem Bauch. Ungeübte Sprecher erzeugen ihr Stimmvolumen oft mit komprimierter Luft durch angespannte Stimmbänder. Ihre Stimme klingt dann schrill und unangenehm für die Zuhörer. Und wer lange so spricht, wird mit der Zeit heiser. Mit einer stabilen, gestützten Stimme können Sie auch über längere Zeiträume entspannt und gut hörbar sprechen und ohne Hilfsmittel einen großen Raum mit Ihrer Stimme füllen. 

Lautstärke
Die Lautstärke der Stimme eines Sprechers kann die Wirkung seiner Rede verstärken. So können Sie z.B. Kernaussagen durch einen stärkeren Einsatz Ihrer Stimme gezielt hervorheben. Durch gezielte Variation der Sprechlautstärke können Sie Ihre Zuhörer aktivieren und sie durch die wichtigsten Punkte führen. Die richtige Vortragslautstärke hängt natürlich von der Raumgröße und der Akustik ab. Machen Sie einen Test vor Ort. Im Allgemeinen sollten Sie in einer Lautstärke sprechen, die knapp über der liegt, die Sie normalerweise im Gespräch verwenden würden. Wenn Sie sich unsicher sind, fragen Sie Ihr Publikum zu Beginn, ob alle Sie gut hören können – auch die Zuhörer im hinteren Teil des Raums.

Sprechtempo
Das richtige Tempo ist ebenso wichtig wie der richtige Tonfall. Ein angemessenes Vortragstempo für eine Präsentation ist im Allgemeinen etwas langsamer als bei einem normalen Dialog. Das hilft Ihren Zuhörern, komplexe Sachverhalte zu erfassen.
Wenn Sie zu schnell sprechen, könnten Ihre Zuhörer das Gesagte überhören oder nicht richtig verstehen. Schlimmer noch, es könnte der Eindruck entstehen, dass Sie die Präsentation nur schnell hinter sich bringen wollen. Lampenfieber führt fast immer dazu, dass Vortragende zu schnell sprechen. Konzentrieren Sie sich beim Üben auf Ihr Vortragstempo. Wenn Sie für Ihre Präsentation Stichwortkarten verwenden, fügen Sie Karten mit der Aufforderung “langsam sprechen“ hinzu, um sich daran zu erinnern, zwischen den Sätzen Luft zu holen.
Sie können Ihr Tempo vor und während der Kernaussagen absichtlich verlangsamen. Das erhöht die Aufmerksamkeit der Zuhörer und hilft ihnen, die Informationen aus Ihrer Präsentation zu behalten. Durch einen Tempowechsel aktivieren Sie Ihre Zuhörer und erzeugen Spannung.

Tipp: Wenn Sie vor einer Präsentation nervös sind, sollten Sie vor Beginn mehrere tiefe Atemzüge machen, durch die Nase ein- und durch den Mund ausatmen. Das kann Sie beruhigen und erleichtert es Ihnen, Ihr Sprechtempo zu kontrollieren.

Sprechpausen
Die unglaubliche Wirkung und Kraft, die von einer Sprechpause ausgeht, wird oft unterschätzt. Strukturelle Pausen helfen den Zuhörern, die Bedeutung Ihrer Aussagen zu erfassen und aufzunehmen. Als Redner bietet Ihnen eine Pause die Möglichkeit, in Ruhe zu Atem zu kommen. Eine Pause vor einem Wort ist auch eine gute Möglichkeit, einen wichtigen Begriff zu betonen.

Stimme und Emotionen
Ihre Persönlichkeit verleiht der Präsentation Würze und macht sie lebendig. Im Gegensatz zu einem geschriebenen Text ist ein Vortrag oder eine Präsentation durch die unterschiedliche Intonation, den Rhythmus, die Dynamik und die Emotionen viel reicher. Je nach Situation können Sie optimistisch, betroffen, ablehnend, entschlossen oder siegessicher klingen. Der Ausdruck von Emotionen unterstreicht Ihre persönliche Sicht der Dinge und Ihren Standpunkt. Wenn Sie an das glauben, worüber Sie sprechen, können die Emotionen in Ihrer Rede eine rhetorische Durchschlagkraft entfalten.

Nonverbale Kommunikation

Frau hält eine Business-Präsentation mit Gestik

Was macht einen Redner überzeugend und charismatisch? Jeder Mensch hat die angeborene Fähigkeit, körperliche Signale wahrzunehmen, die eine andere Person aussendet. Wie die Fallstudie „Silent Messages“ von Albert Mehrabian zeigt, beruht die Wirkung eines Redners zu 55 % auf der Körpersprache (körperliche Präsenz, Gesten, Blickkontakt), zu 38 % auf Stimme und Tonfall und nur zu 7 % auf dem Inhalt. Die Zuhörer nutzen ihre Gesamtwahrnehmung von Inhalt und Körpersprache, um sich ein Bild von Selbstvertrauen, Engagement, sozialer Kompetenz und Vertrauenswürdigkeit des Sprechers zu machen. Um beim Präsentieren eine natürliche Ausstrahlung von Autorität zu erreichen, ist es wichtig, authentisch zu wirken und sich echt und ungekünstelt zu verhalten. 

Sie können Ihre Ausstrahlung und Ihr Auftreten verbessern, indem Sie auf einige wichtige Punkte achten und diese bei Bedarf anpassen. Die folgenden praktischen Übungen helfen Ihnen, sich auf Ihre Präsentation vorzubereiten und Selbstvertrauen zu gewinnen.

Eine selbstbewusste Haltung

Ein sicherer Stand

Ein fester Stand mit aufrechter Haltung zeigt, dass sich eine Person auf ihr stabiles Gleichgewicht verlassen kann. Die Haltung wirkt solide, selbstbewusst und kraftvoll. Wenn Sie vor einem Publikum präsentieren, ist es wichtig, eine selbstbewusste Haltung einzunehmen. Zentrieren Sie sich in einer entspannten, aber aufrechten Haltung. So kommen Sie in Kontakt mit Ihrer Körpermitte, vertiefen Ihre Bauch- und Zwerchfellatmung und verbessern Ihre Stabilität. Aus dieser Grundhaltung heraus sind Ihre Bewegungen dann viel fließender und entspannter und folgen sogar ihrem eigenen natürlichen Rhythmus.

Atmung
Bewusstes Atmen unterstützt den Redner während einer Präsentation. Das gesprochene Wort ist ein resonantes Ausatmen, das sehr wichtig für den Ausdruck Ihrer Stimme ist. Gleichzeitig erzeugt die Atemenergie Spannung, Wachheit und Präsenz. Ein Atemtraining – langsames und gleichmäßiges Ein- und Ausatmen – kann Ihnen helfen, sich aufzuwärmen und wirkt der Aufregung entgegen.

Gesten
Menschen drücken ihre Persönlichkeit durch ihre Gesten aus. Genau wie Unterschriften sind sie von Mensch zu Mensch sehr individuell. Sie können von kleinen Bewegungen bis hin zu extravaganter Gestik reichen. Diese Körpersprache kann die Wirkung Ihrer Kommunikation und Präsentation in vielerlei Hinsicht verstärken – sowohl auf der Bühne als auch im Alltag.

Unsere Gesten können nicht unabhängig von unserer allgemeinen Körpersprache oder der Bedeutung der Worte, die wir sagen, gesehen werden. Diese Verbindung ist der Grund dafür, dass Gesten im Alltag spontan sind. Bei Präsentationen können wir manchmal unbewusst Gesten oder Gesichtsausdrücke machen, die unser mangelndes Selbstvertrauen verraten. Wenn wir jedoch in unserer Präsentation im Fluss sind, kann unsere Körpersprache unbewusst unsere Rede und den Inhalt unterstützen.

Blickkontakt
Wenn Sie während eines Meetings oder einer Präsentation sprechen, richtet sich ein wesentlicher Teil Ihrer Aufmerksamkeit auf die Menschen im Raum. Die Zuhörer sind diejenigen, die Sie mit Ihrer Präsentation erreichen wollen. Augenkontakt zeigt, dass Sie bei den Menschen im Raum sind. Seien Sie so aufmerksam wie möglich zu Ihren Gästen und schauen Sie während der Präsentation quer durch den Raum.

Es erfordert Mut, Blickkontakt mit dem Publikum herzustellen, denn es bedeutet, mit ihm in einen Dialog zu treten. Richten Sie Ihre Aufmerksamkeit auf bestimmte Personengruppen. Sprechen Sie verschiedene Personen durch Ihren Blickkontakt an, aber vermeiden Sie lange, intensive Blickkontakte mit nur einer Person.

Hinweis: Der Kontakt zum Publikum wird jedes Mal unterbrochen, wenn Sie auf Ihr Skript oder Ihre Stichwortkarten schauen. Versuchen Sie, so frei wie möglich zu sprechen, ohne sich auf Ihre Notizen zu stützen.

Die Rolle des Redners

Das Hauptziel einer öffentlichen Rede besteht in der Regel darin, Wissen zu vermitteln, zu überzeugen oder eine Meinung zu beeinflussen, das Publikum zu inspirieren oder zu unterhalten. Eine ausgezeichnete Präsentation zeichnet sich dadurch aus, dass Ausdruck und Wirkung der verschiedenen Rollen des Sprechers bewusst eingesetzt werden, um diese Ziele zu erreichen.

In Präsentationssituationen erwartet das Publikum oft, dass der Redner die Rolle des Experten für ein Thema übernimmt, die er durch seine Präsentation zum Ausdruck bringt. Körpersprache und eine klare, sachliche Stimme signalisieren, dass hier ein Experte spricht. Das wirkt sachlich überzeugend – kann aber eintönig werden und die Zuhörer langweilen.

Wenn Sie als Redner Ihr Publikum inspirieren und beeindrucken wollen, reicht diese Rolle nicht aus. Sie müssen andere Rollen einnehmen, z. B. die eines Geschichtenerzählers, der sich auf sein Publikum einlässt, oder die eines Gastgebers, der seine Gäste willkommen heißt und sie zum Zuhören und Nachdenken einlädt.

Die ganze Welt ist eine Bühne, und alle Männer und Frauen sind nur Spieler

William Shakespeare

Theaterrollen in Präsentationen

Die soziologische Betrachtung von Rollen hat ihren Ursprung im antiken Theater. Schauspieler bereiten sich auf ihre Rolle vor, indem sie sie auf ihre persönliche Art und Weise mit ihrer Körpersprache und Stimme ausdrücken. Indem sie die Rolle analysieren, erforschen sie alle Motive, die hinter den Handlungen der Figur stehen, ihre Werte und Erwartungen (immer im soziopolitischen Kontext des Stücks und seiner Zeit). Der Schauspieler spielt seine Rolle erfolgreich, wenn alle Formen des Ausdrucks – sowohl die sichtbaren als auch die unsichtbaren – stimmig sind.

Theater und Literatur sind voll von archetypischen Rollen.
Einige Beispiele:

Theater roles illustration

Die Rolle des Königs, der Königin

  • Ich trage die Verantwortung.
  • Ich haben den Überblick.
  • Ich bin das Vorbild.
  • Ich habe eine Fürsorgepflicht für alles, was mir anvertraut wird.

Die Rolle des Gastgebers

  • Ich lade Sie ein.
  • Ich freue mich, dass ich helfen kann.
  • Sie sind wichtig für mich.
  • Ich kümmere mich um Sie.

Die Rolle des Experten

  • Ich will informieren und Wissen vermitteln.

Die Rolle des Helden

  • Ich bin konzentriert.
  • Ich reagiere mit großer Entschlossenheit, wenn Probleme oder Herausforderungen auftauchen.
  • Ich habe eine klare Wahrnehmung. 

Die Rolle des Narrs

  • Ich bin sehr beweglich.
  • Ich bin neugierig, auch auf Ungewöhnliches.
  • Ich halte den anderen gerne den Spiegel vor.
  • Ich unterhalte, provoziere und irritiere.

Das Rollenrepertoire kann angewendet werden, um der Präsentation Struktur zu geben und das inhaltliche Ziel in Präsentationsphasen zu untergliedern.

Das Rollencoaching

Beim Rollencoaching wird die Prägnanz und Klarheit der Rolle des Redners überprüft. In jeder Kommunikation bewegen sich Erwartungen und Wertesysteme bewusst und unbewusst zwischen dem Redner und seinem Publikum. Unbewusste Muster können die Klarheit und damit den Erfolg der Kommunikation trüben. Das Zuhören, das Aufnehmen von Botschaften und die Verarbeitung von Informationen wird dadurch erschwert.

Beim Rollencoaching wird die Art und Weise untersucht, wie der Redner sich präsentiert oder ausdrückt. Der Soziologe Erving Goffman sprach in diesem Zusammenhang von „Impression Management“. Die Selbstdarstellung eines Redners muss mit den Werten seines Publikums übereinstimmen. Ein Rollencoach prüft, ob sich der Redner der Erwartungshaltung des Publikums und seiner Ausdrucksmuster (Mimik, Gestik, Stimme, Sprachgebrauch) bewusst ist. Er sollte sich bewusst für eine Rolle entscheiden und dann auf alle unbewussten Muster achten, die den Erfolg seines Vortrags beeinträchtigen können.

Bereiten sie sich auf ihre Präsentation vor

Publikum bei einer Präsentation

Wenn sie ihre nächste Präsentation im voraus gründlich vorbereiten

  • wird sie reibungslos ablaufen
  • Sie werden selbstsicherer
  • Sie können improvisieren, wenn es nötig ist.

Planen sie Ihr Timing, damit sie im richtigen Tempo vortragen. Üben Sie Ihren Auftritt, wie sie rüberkommen wollen, welche Rolle sie wann spielen und an welchen Stellen Sie Ihr Publikum einbeziehen wollen. Überlegen sie sich eine Einleitung, die einen ersten guten Eindruck bei Ihren Zuhörern hinterlässt. Machen Sie sich Gedanken darüber, wo Sie Ihre Stichwortkarten, Ihr Glass Wasser, die Fernbedienung usw. platzieren, damit sie alles griffbereit haben.

Planen Sie den Tag der Präsentation mit ausreichend Vorbereitungszeit und einer stressfreien Anreise. Welche Tasche, welchen Koffer benötigen Sie? Was werden Sie anziehen? Auch diese Fragen sollten Sie rechtzeitig klären.

Mehr Tipps, wie sie sich gut auf ihre nächste Präsentation vorbereiten können, finden sie in unserem Insight-Papier „Präsentationen halten: die Vorbereitung“.

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