Was bringt ein Präsentationstraining? Einblicke aus der Praxis

Interview mit unserer Präsentationstrainerin Karen Brandl 

Strategy Compass unterstützt Führungs- und Fachkräfte aus verschiedensten Positionen und Branchen darin, ihre Präsentations-Fertigkeiten weiter zu entwickeln. Sowohl in Gruppen-Trainings als auch in Einzel-Coachings. Um Ihnen einen Einblick in die Praxis unserer Arbeit zu vermitteln, haben wir Karen Brandl interviewt, mit der uns über 10 Jahre intensive Zusammenarbeit verbinden. Wir sprechen mit ihr über den Ablauf ihrer Coachings, wie sich in den letzten Jahren die Anforderungen verändert haben und wie sie ihre Theater- und Schauspiel-Erfahrung ins Training einfließen lässt. Schauen oder lesen Sie das Interview.


SC: Warum buchen Menschen ein Coaching?

Karen: Meistens sind es berufliche Veränderungen oder ganz konkrete berufliche Situationen, in denen man steckt. Zum Beispiel ein Projekt, in dem man sich fragt, wie man sich dort organisiert oder welche Haltung man zu bestimmten Sachverhalten oder Forderungen entwickeln sollte. Manchmal sind es aber auch Kollegen oder Kunden, bei denen man sich fragt, wie kann ich wertschätzend aber gleichzeitig souverän mein Anliegen vertreten? Oder man muss mehr Präsentationen halten, da man befördert wurde und fragt sich nun, wie man mit seinem Lampenfieber umgehen soll. Oder wie man auf Nachfragen reagiert, die vielleicht nicht so einfach zu beantworten sind. Wie bleibe ich dabei dann souverän und trotzdem verbunden mit meinem Publikum? Und die meisten Teilnehmer entdecken dann im Coaching, dass man mit wirklich einfachen Mitteln an der Körpersprache und Wirkung etwas verändern und nachher mehr Freude an der Präsentation haben kann.


 

SC: Haben sich die Anforderungen an Präsentationen und entsprechende Trainings in den vergangenen 10 Jahren verändert?

Karen: Die Kernfragen sind tatsächlich dieselben geblieben: Wie bekomme ich meine Inhalte strukturiert und gut beim Publikum rüber? Wie kann ich mein Publikum informieren aber auch gleichzeitig überzeugen von dem, was ich präsentiere. Allerdings ist in den letzten zehn Jahren der Speaker-Bereich stark gewachsen.


 

SC: Was genau meinst Du mit Speaker-Bereich?

Karen: Speaker sind Personen und Persönlichkeiten, die mit ihren Themen oder Spezialgebieten auf die Bühne gehen und die Bühne regelrecht „rocken“. Diese neuen Präsentationsformen kommen immer mehr in den Business-Bereich. Die Anforderung daran, wie eine Persönlichkeit sich auf der Bühne darstellt, wie sie wirkt, wachsen dadurch.


 

„Wie wirke ich?“ - Ein Präsentationstraining bringt vor allem Selbstreflektion und Selbstvertrauen


 

Karen

SC: Kann denn ein Coaching die alltäglichen Herausforderungen der Teilnehmer lösen?

Karen: Im Coaching ist es natürlich so, dass man Handlungsspielräume entscheidend erweitern kann, in dem man Potenziale und Ressourcen des Coachee sinnvoll einsetzt. Deshalb liegt die entscheidende Kraft immer beim Coachee, auch wenn er während dieser Zeit durch den Coach begleitet wird.

Was aber besonders wirksam ist, ist die Verbindung von Training und Coaching. Dabei kann man sich das Training so vorstellen, wie es auch beim Sport oder im Fitnesscenter funktioniert: Man trainiert etwas und wird nachher sicherer, weiß besser, in welchen Kontexten man sich bewegt, hat bestimmte Präsentationssituationen ausprobiert und kann sie direkt anwenden.


 

SC: Wie läuft ein Training bei Dir typischerweise ab – kannst Du das einmal kurz beschreiben?

Karen: Jedes Training kann in etwa 4 Phasen aufgeteilt werden: Die erste Phase ist eine Art Eröffnung, in der geschaut wird, was jeder an Fragestellungen mitgebracht hat und was zusätzlich zu den allgemeinen Inhalten ganz persönlich bearbeitet werden soll. Die zweite Phase ist die Analysephase, die zumeist mit einem Kameratraining beginnt. Hier wird die Körpersprache genau analysiert, aber auch deren Wirkung. Außerdem werden Fragen beantworte wie: „Wie wirke ich?“ „Und wie fühlt es sich für mich an?“.

Im dritten Teil, den man als Übungsteil bezeichnen kann, widmen wir uns Themen wie Kommunikation, Körpersprache, Stimme, Sprechen. Hier gehen wir auch in parallele Bereiche wie Theaterszenen und arbeiten uns an diesen Themen regelrecht ab. Der letzte Teil ist die Transferphase, in der all das Gelernte in die konkrete berufliche Situation übertragen wird.


 

Präsentationen und PowerPoint gehören immer noch zusammen


 

SC: Und welche Bedeutung hat PowerPoint in diesem Kontext?

Karen: Die Frage ist tatsächlich über die letzten Jahre oft, ob PowerPoint noch zeitgemäß ist. Aber en gros kann man sagen: PowerPoint ist immer noch das Mittel der Wahl, um Inhalte unterzubringen und eine Struktur zu geben. Oder um Bilder, Tabellen und Statistiken mit einzubinden. Darüber hinaus steht aber heute immer mehr die Frage im Fokus, wie ich mich zu PowerPoint verhalte. Wie trete ich mit dem Medium PowerPoint in Kontakt und wie wirke ich als Person oder Redner mit meinem Medium.


 

SC: Woran erkennst Du, dass ein Coaching die Teilnehmer weitergebracht hat?

Karen: Diese Frage ist ja eine Frage nach dem Herzstück des Coachings: Nämlich dass sich bei den Teilnehmern etwas verändert. Denn die Teilnehmer kommen immer mit Dingen, die sie verändern oder sich anschauen möchten. Und im Laufe des Trainings arbeiten wir dann daran, sodass jeder konkrete Tipps und Ideen erhält, was er verändern kann. Am Ende gibt es dann noch ein Feedback, wo die Transferfrage gestellt wird: Wie kann ich meinen Alltag ganz konkret verändern? All das können die Teilnehmenden dann in ihren Koffer packen, sodass jeder am Ende ein Paket hat, mit dem er gut und passend weiterarbeiten kann.


 

„Wie ist meine berufliche Rolle?“ – Präsentationstraining und Schauspiel

Karen

SC: Du bist studierte Theaterwissenschaftlerin und ausgebildete Schauspielerin – wie profitieren deine Seminarteilnehmer davon?

Karen: Das kann ich am besten erklären, wenn ich mir drei verschiedene Brillen aufsetze, durch die ich jeweils schaue. Durch die Coaching-Brille gesehen, ist mir das Anliegen eines jeden Teilnehmers wichtig, und die Weiterentwicklung seiner persönlichen Themen. Bei meiner Schauspiel-Brille ist mir wichtig, wie jemand wirkt, welche Präsenz er hat und wie er seine berufliche Rolle ausfüllt. Mit „Rolle“ meine ich in diesem Kontext jedoch nicht, dass sich jemand verstellt, sondern vielmehr, wie jemand seine berufliche Rolle ausfüllt und in sich findet. Und bei der Regiebrille geht es schließlich vor allem darum, wie gehe ich mit den technischen Möglichkeiten um, die mir zur Verfügung stehen und wie interagiere ich mit dem Publikum.


 

SC: Du bietest bei Strategy Compass Einzel- und Gruppentrainings an. Kann im Gruppentraining überhaupt individuell auf jeden Teilnehmer eingegangen werden?

Karen: Ja, das geht. Der Einzelcoaching-Anteil in meinen Gruppentrainings ist sehr hoch. Ich liefere zwar die Basics und Standards mit, aber im Grunde lebt die Präsentation oder der persönliche Auftritt ja immer von der Persönlichkeit des Vortragenden. Deshalb ist es mir immer wichtig, jeden Einzelnen im Blick zu behalten, ihm ein sehr persönliches Feedback zu geben und ihn dazu zu motivieren, an seinen persönlichen Themen zu arbeiten.


 

Wichtig für die Wahl eines Präsentationstrainings: Eine gute Arbeitsbeziehung zum Trainer


 

SC: Von wem würdest Du Dich gerne einmal coachen lassen? 

Karen: Wenn ich mich auf die Suche nach einem Coach machen würde, würde ich vor allem darauf achten, wer für meine Fragestellung kompetent ist. Außerdem liegt der Fokus dann auch darauf, mit wem ich auch persönlich eine gute Arbeitsbeziehung aufbauen kann. Denn letztendlich geht ja beim Coaching vor allem darum, dass meine Themen und Fragestellungen durch die Impulse von außen in Bewegung kommen.


 

SC: Gibt es so etwas wie ein Vorbild?

Karen: Im Theaterbereich könnte ich zum Beispiel George Tabori nennen. Er hat eine sehr genaue Art hinzuschauen und mit Neugier Dinge von seinen Schauspielern zu fordern. Wenn ich in den Sportbereich schaue, kommen mir die beiden Extremkletterer Alexander und Thomas Huber in den Sinn. Die beiden treiben mit einer unglaublichen Leidenschaft ihre Projekte voran, planen diese sehr präzise und gehen auf sie zu. Dabei schaffen sie es immer wieder, mit ihrer Angst umzugehen, sie mitzunehmen und zu überbrücken.

Und auch im unternehmerischen Bereich habe ich viele Führungspersönlichkeiten getroffen, die bewundernswerte Eigenschaften hatten. Bei ihnen war sowohl Führungskraft als auch gleichzeitig Neugier und Empathie ähnlich stark ausgeprägt. Das bringt eine große charismatische Komponente mit sich.


 

Karen

SC: Nenn uns zum Schluss bitte die drei wichtigsten Dinge, die man bei einem deiner Präsentationstrainings mitnimmt.

Karen: 

  1. Klarheit und Wissen über die eigenen Ressourcen und Potenziale.
  2. Lust sich neu auszuprobieren und sich neu zu entwerfen.
  3. Und: Freude auf die nächste Präsentation!
     

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