Nachgefragt. 4 Fragen an Achim Sztuka.

Ein Interview mit dem CEO von Strategy Compass.

Achim Sztuka

4 Fragen an den Geschäftsführer Achim Sztuka

  1. Was hat Dich persönlich motiviert, von einer sicheren Stelle im Konzern in die Selbstständigkeit zu gehen?

Ein eigenes Unternehmen zu haben, reizte mich schon sehr lange. Eigentlich, seit ich im Rahmen meiner Diplomarbeit verschiedene Gründer interviewt habe. Hinzukam, dass ich in meinen vorigen Jobs gemerkt habe, dass das, was ich als richtig erachtet habe, nicht unbedingt das war, was am Ende tatsächlich passierte, manchmal sehr zum langfristigen Schaden meines Arbeitgebers.

Das soll nicht heißen, dass mir meine vorherigen Jobs als Unternehmensberater und als Stratege im Konzern keinen Spaß gemacht hätten, im Gegenteil. Aber ich bin kein großer Freund der ganzen Politik in Unternehmen, da es mir eigentlich immer um die Sache geht. Mir geht es darum, die Dinge, die ich für richtig halte, auch umzusetzen. Und da musste ich eben feststellen, dass das am Ende des Tages nur geht, wenn man die Geschicke selbst in der Hand hat.

Das ist übrigens auch einer der Gründe, warum wir keine Investoren bei Strategy Compass haben, sondern die Firma im eigenen Besitz halten. Nur dann haben wir tatsächlich die Freiheit, diesen Wunsch so auch zu leben.

  1. Und warum dann das eigene Unternehmen mit einem Add-On für PowerPoint aufbauen?

Irgendeine Idee braucht man ja erstmal (lacht).

Letztlich hängt die Idee sehr stark mit meiner vorherigen Berufserfahrung zusammen. Immer, wenn irgendetwas Wichtiges passieren sollte, war PowerPoint im Spiel. In der Unternehmensberatung natürlich sowieso, aber im Konzern war es nicht anders – Wenn ich das Management von etwas überzeugen wollte, brauchte ich eine gute Präsentation.

Und dann war da noch die praktische Seite: Als ich bei Roland Berger Strategy Consultants meinen ersten Job begann, wurde ich präsentationstechnisch erst einmal sehr gut aufgestellt: Jeder Berater wurde im Rahmen des Kick-Offs auf ein zweitägiges Training geschickt, um die Basics guter Management-Präsentationen zu verstehen. Im Projekt scribbelten wir unsere Folien auf Papier, faxten sie an die Grafikabteilung und bekamen mehr oder weniger fertige Folien zurück. Und es gab ein internes Add-in für PowerPoint, das uns half, eigene Folien besser und schneller zu erstellen.

Als ich dann in den Konzern wechselte, war all diese „Infrastruktur“ auf einen Schlag weg. Kein Tool, keine Grafiker, kein geschultes Team. Ich musste meine ganzen Folien selber malen, nur mit PowerPoint. Das war echt kein Spaß (lacht).

Das, was heute unser Produkt QuickSlide ist, mit dem begleitenden Portfolio für Präsentationen, ist mit dem Wissen im Hinterkopf entstanden, was es damals in der Unternehmensberatung gab. Diese Ansätze haben wir aufgegriffen und weiterentwickelt.

Was bei der Entscheidung natürlich auch eine Rolle gespielt hat: Egal, wo man hinschaut, die Probleme mit Präsentationen sind fast überall ähnlich gelagert. Das war die Grundlage für unsere Geschäftsidee – ein Feld, in dem mein Mitgründer und ich uns sehr gut auskannten, wo wir bereits viel Erfahrung hatten und in dem wir mit Spaß an die Sache herangehen und Dinge zum Besseren verändern konnten.

  1. Glaubt Ihr denn, dass Ihr eigentlich das bessere PowerPoint entwickelt habt? Bzw. könnte Eure Software auch ohne PowerPoint funktionieren, von der Logik her?

Puh (pause). Von unserem Selbstverständnis her ist es eher anders. PowerPoint ist erstmal ein Werkzeug, das in Ordnung ist. Es könnte aber ebenso gut Keynote oder Open Office Impress heißen. Das ist eigentlich egal. Zentral ist, dass PowerPoint ein Werkzeug ist, welches viele Möglichkeiten bietet, und zwar komplett standardisiert: Jeder Schüler nutzt dasselbe PowerPoint wie jeder Vorstand.

Wenn man jedoch in einem Unternehmenskontext ist, gibt es Herausforderungen, die PowerPoint schlecht löst. Es legt sozusagen die Basis, aber es macht seine Sache noch nicht gut, denn es fehlt eine Menge „obendrauf“. Insofern sehen wir uns nicht als das bessere PowerPoint, sondern als diejenigen, die PowerPoint für einen Unternehmenskontext gut machen. Das hat Microsoft bislang nicht getan, und es hat sich in den letzten fünfzehn Jahren auch wenig verändert.

Und schließlich ist es nicht allein eine Softwarefrage. Es geht uns eigentlich nicht darum, PowerPoint als Software besser zu machen, sondern um das Ziel dahinter: Die Leute sollen mehr erreichen mit Ihren Präsentationen. Sei es in der Markenkommunikation, sei es dabei, Entscheider oder Kunden zu überzeugen. Hier geht es um verschiedenste Themen, das ist keine reine Softwarefrage. Darum gehen wir eben auch unseren besonderen Weg, dass wir nicht nur eine Softwarefirma, sondern mit unserer hohen Expertise auch Berater und Designagentur sind.

  1. War es schwer, offizieller Microsoft-Entwicklungspartner zu werden? Bzw. wie lange hat es gedauert?

Eigentlich ist es überhaupt nicht schwer, ins ganz normale Partnerprogramm aufgenommen zu werden. Wenn man als Unternehmen das passende Geschäft betreibt, ist der Zugang ganz einfach. Bei uns kommt aber hinzu, dass wir nicht nur Microsoft-Partner sind, sondern dass auch unser PowerPoint Add-In QuickSlide selbst zertifiziert ist. Und das funktioniert natürlich nur dann, wenn man wirklich sauber nach Microsoft-Standards entwickelt.

Als wir damals mit QuickSlide losgelegt haben, war uns von Anfang an klar, dass wir auf Microsoft setzen würden. Mein Mitgründer und ich sind beide keine Entwickler, sondern kommen von der Anwenderseite. Daher haben wir geschaut, wer der beste Programmierer ist, den wir bekommen können. So haben damals Herrn Dr. Pfeiffer als DEN Entwickler für PowerPoint in Deutschland für uns gewonnen. Wir haben von vorneherein die Dinge beachtet, die es zu beachten gibt, und damit lief die Zertifizierung von QuickSlide relativ reibungslos durch. Insofern war auch dieser Schritt gar nicht so schwer – Jemand anderes hätte es wohlmöglich jedoch wesentlich schwerer gehabt... (lacht).