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Wie Sie mit Orientierung Aufmerksamkeit schaffen.

Orientierung ist ein Grundbedürfnis.

Menschen sind bekanntermaßen komplizierte Wesen. Manchmal können sie aber auch ganz einfach gestrickt sein, und darum geht es heute. Es gibt ein paar simple Grundregeln, die unseren Zuhörern das Zuhören erleichtern. Die Anwendung dieses Wissens macht Ihnen auf ganz unbewusste Weise das Präsentationsleben leichter. Ein eingängiger Ansatz dazu ist die Maslowsche Bedürfnispyramide, die besagt, dass wir uns erst dann mit einem Thema profund auseinandersetzen können, wenn wir der Meinung sind, dass alle unsere Grundbedürfnisse abgesichert sind.

Werde ich verhungern?

Damit sie Ihnen ihre ganze Aufmerksamkeit widmen können, brauchen Menschen Sicherheit. Nämlich die Sicherheit, dass sie beispielsweise während des Meetings weder verhungern noch verdursten müssen oder dass sie wissen, wo sich die nächste Toilette befindet. Außerdem brauchen sie eine Orientierung darüber, auf was sie sich jetzt einlassen, wie lange es dauert, wo sie sich befinden, wer da vorne steht und wer mit ihnen im Raum ist.

Das hört sich so selbstverständlich an. Und so kleinkariert. Aber Sie können sich darauf verlassen, dass, wenn eines dieser Dinge nicht zur vollständigen Sicherheit geklärt ist, Ihre Präsentation Streuverluste zu beklagen haben wird. Als Redner kämpfen Sie dann die ganze Zeit an einer Front, die Ihnen gar nicht so bewusst ist. Und Sie brauchen viel mehr Energie als gut ist.

Essen verboten

Schaffen Sie Sicherheit.

Widmen Sie sich im Vorfeld Ihrer Präsentation so ganz profanen Dingen wie Raum-Ausschilderung, offene Türen oder gut sichtbare Hinweise auf Toiletten und Garderoben (wenn es eine für Ihre Zuhörer unbekannte Raumsituation ist). Erzählen Sie zu Beginn etwas über die Abläufe, z.B. darüber, wie man sich mit Getränken versorgen kann oder wann es die wo geben wird, ob und wann es etwas zu essen gibt oder ob vielleicht Snacks oder Plätzchen bereit stehen. Wie die Regeln dazu sein sollen, z.B. ob es okay ist, seine Verpflegung während des Vortrags zu holen oder sie vorab mit an den Platz zu bringen.

Bieten Sie auch Regeln an zum Umgang mit Fragen und der Dialogentwicklung während Ihres Vortrages. Oder eben nur danach, wie es für Ihr Ziel und das Umfeld passt. Stimmen Sie ein auf Zeiten und thematische Abläufe. Aber Achtung: Wenn Sie einmal eine konkrete Zeit genannt haben, halten Sie sich daran, denn jede Abweichung führt zu Unruhe und Ablenkung von Ihren Inhalten. Und sagen Sie etwas zu den Menschen, die dort sitzen, wenn diese einander nicht kennen. Ganz en passant: Dass Sie sich über 50 Fachleute aus den IT-Abteilungen der Pharmaindustrie freuen, die… Und dass es vielleicht eine Teilnehmerliste gibt. Beruhigen Sie Ihre Zuhörer mit der Ankündigung eines Handouts oder nachträglichem Download oder weisen Sie darauf hin, dass man mitschreiben sollte, wenn einem etwas wichtig ist.

Stellen Sie Ihr Licht nicht unter den Scheffel.

Bei aller Bescheidenheit, die uns unsere Sozialisierung mitgegeben hat: Machen Sie Ihrem Publikum klar, wer Sie sind und warum Sie die Kompetenz haben, vorne zu stehen und dort etwas zu erzählen. Schaffen Sie Klarheit über Ihre Rolle. Dann muss keiner Ihrer Zuhörer sich damit beschäftigen, ob er Ihnen jetzt glauben soll oder nicht.

Kein Säbelzahntiger in Sicht…

Orientierung ist ein Grundbedürfnis. Sie gibt uns die Sicherheit, die wir brauchen, um uns auf eine Situation, ein Thema oder einen Referenten einlassen zu können. Niemand muss sich mehr sorgen. Weil der archaische Teil in uns die Gewissheit hat, dass kein Säbelzahntiger um die Ecke kommt.