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Orientierung 2: Sicherheit für sich selbst schaffen, Professionalität vermitteln

Haben Sie unseren letzten Beitrag zum Thema Orientierung gelesen? Darüber, dass Menschen, wenn sie Ihnen ihre ganze Aufmerksamkeit widmen sollen, erst einmal Orientierung und Sicherheit brauchen? Dann sind Sie über die Adressatenseite ja schon gut informiert. Sie als Redner wollen wir da aber nicht vergessen. Damit Ihre Präsentation gut wird, brauchen auch Sie Sicherheit und Orientierung im Vorfeld.

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Was sich in der Überschrift anfühlt wie eine Persiflage hat einen ernsten Hintergrund. Wenn Sie souverän auftreten wollen, sollten Sie vorab alle Gegebenheiten gecheckt haben. Ganz oben auf der Liste steht die Technik. Völlig unabhängig davon, ob Sie auf einer Konferenz oder einer Veranstaltung eine Rede halten oder in einer wichtigen Kundensituation oder in einem Meeting in Ihrer eigenen Firma. Nichts kommt besser als einleitende Sätze wie: „Meine Damen und Herren, es tut uns leid, aber der Laptop des Referenten will nicht so richtig… Unser Beamer hat gerade den Geist aufgegeben… Leider sind die Software-Versionen nicht kompatibel… Bitte haben Sie einen Moment Geduld.“ Das sind die professionellen Einstiege, die ein Publikum liebt. Je nachdem, wie lange es dauert, bis Sie dann schließlich doch einsatzbereit sind, haben Sie Ihr Publikum erst einmal verloren.

Ja, wo laufen sie denn?

Ihr Umfeld gehört mit zu den Dingen, die Sie im Griff haben sollten. Dazu gehören unter anderem Fragen wie:

  • Wo steht der Beamer?
  • Wie steuern Sie ihn?
  • Tut es die Fernbedienung?
  • Ist eine Austauschlampe im Raum?
  • Haben Sie einen Pointer? Halten die Batterien durch?
  • Wo stehen Sie vor dem Beamer? Und können Sie gut vor sich auf Ihre Folien sehen? Nichts ist schlimmer, als ein Redner, der sich zu seinen eigenen Folien umdreht.
  • Je nachdem wie lange Ihre Präsentation angelegt ist: Haben Sie ein Glas Wasser griffbereit? Entweder wichtig für Ihre Stimme, kleine Hustensituationen oder… was auch manchmal vorkommt… als taktisches Instrument, wenn Sie in der Sekunde erst einmal keine Antwort auf eine Frage haben oder sich sortieren müssen. Da schafft der souveräne Griff zum Wasserglas, begleitet von einem Lächeln, erst einmal Luft.
  • Brauchen Sie ein Mikrofon? Müssen Sie es in der Hand halten? Oder ist es ein angestecktes?
  • Möchten Sie sich frei bewegen können?
  • Haben Sie einen Ton-Check gemacht? Nichts schreckt manche Personen so sehr wie der langgezogene Übersteuerungston, der sich in die Ohrwindungen schraubt.
  • Ist der Raum richtig beleuchtet? Oder kann man die weiße Schrift auf dem hellen Grund nicht mehr lesen, weil genau dort die Sonne durch die lange Fensterfront auf die Leinwand scheint?

Tupfer, Schere, Mull…

Wären zur Not noch ein Flipchart mit leeren Seiten oder ein Whiteboard und funktionierende Stifte greifbar, falls Sie etwas erklären möchten? Oder Hinweise aufnehmen möchten? Oder hätten Sie Ihren Vortrag noch einmal zur Sicherheit auf einem extra Stick dabei, falls alle Stricke reißen? Damit jemand schnell noch einen anderen Laptop holen kann? Und liegen die versprochenen Handouts griffbereit hinter Ihnen? Oder alles das, was Sie gerne noch verteilen möchten? Vielleicht hatten Sie ja einen kleinen Abschluss-Clou vorgesehen in Form eines Give-aways, passend zu Ihrem Thema. Wäre doch schade, wenn Sie ihn verderben würden, weil Sie umständlich anfangen, in Ihren Taschen zu kramen.

Es hat sich schon mal einer totgetestet

Ja. Sicher. Irgendwie sollte man die Kirche im Dorf lassen. Aber Sie glauben gar nicht, was man als Referent alles erleben kann. Darüber könnte man glatt ein Buch schreiben. Und sicherlich haben Sie sowohl als Referent wie als Zuhörer schon ziemlich viel gesehen, nicht immer alles zu Ihrem Gefallen. Seien Sie professionell in Ihren Vorbereitungen. Weil Sie dann Ihre lockere Souveränität in aller Ruhe ausspielen können. Zum Vorteil Ihrer Überzeugungskraft.